Aufbau, Akteure und Zusammenhänge verständlich erklärt
Das Stromnetz bildet das Rückgrat der Energieversorgung in Deutschland. Es transportiert Strom über weite Strecken und verteilt ihn bis zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern vor Ort. Dabei durchläuft der Strom mehrere Stufen.
Der Strom wird zunächst in Kraftwerken oder durch erneuerbare Energien wie Photovoltaik- und Windanlagen erzeugt. Anschließend wird er über das Übertragungsnetz über große Entfernungen transportiert. Über Umspannwerke wird die Spannung schrittweise reduziert, sodass der Strom schließlich über das Verteilnetz bis in Haushalte, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen gelangt. Jede dieser Ebenen übernimmt eine eigene Aufgabe, vom Transport über weite Strecken bis zur Verteilung vor Ort. Nur wenn alle Teile ineinandergreifen, funktioniert die Stromversorgung zuverlässig.
Wie dieses System aufgebaut ist, welche Aufgaben Verteilnetzbetreiber und Übertragungsnetzbetreiber übernehmen und welche Herausforderungen durch die Energiewende entstehen, erklären wir hier kompakt und verständlich.
Die Stromversorgung in Deutschland basiert auf einem Zusammenspiel verschiedener Netzbetreiber. Besonders wichtig sind dabei der Verteilnetzbetreiber (VNB) und der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB). Doch wer macht eigentlich was und warum ist das gerade im Zusammenhang der Energiewende so entscheidend? Auf dieser Seite erklären wir die Unterschiede einfach und verständlich.
VNB bauen, betreiben und warten das Stromnetz in ihrer Region. Sie sorgen dafür, dass Haushalte, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen jederzeit zuverlässig mit Strom versorgt werden. Gleichzeitig verbinden sie Verbraucher mit lokalen Erzeugungsanlagen, zum Beispiel Photovoltaik- oder Windkraftanlagen. Das heißt, der Verteilnetzbetreiber koordiniert alle Akteure im Netz. Er sorgt dafür, dass Strom sicher verteilt wird und Erzeugung und Verbrauch im Gleichgewicht bleiben.
Dafür investieren VNB kontinuierlich in Leitungen, Umspannwerke und moderne Technik. Immer wichtiger wird dabei die digitale Steuerung des Netzes: Mit Daten, intelligenter Regelung und vernetzter Infrastruktur wird die Energiewende direkt vor Ort umgesetzt.
Kurz gesagt: Verteilnetze sorgen dafür, dass Strom regional dort ankommt, wo er gebraucht wird. Sicher und zuverlässig.
Während Verteilnetzbetreiber die Stromversorgung vor Ort sicherstellen, übernehmen Übertragungsnetzbetreiber den überregionalen Transport und die Stabilisierung des Gesamtsystems.
Wir als E-Werk Netze GmbH & Co. KG versorgen rund 380.000 Menschen in Mittelbaden zuverlässig mit Strom und bewegen uns auf der Nieder- und Mittelspannungsebene. Mit unserem Fokus auf Regionen wie Lahr, Offenburg, Kehl, Achern, das Kinzigtal und die umliegenden Gemeinden übernehmen wir als Verteilnetzbetreiber die Feinverteilung des Stroms, integrieren dezentrale Erzeugungsanlagen und stellen eine sichere sowie nachhaltige Versorgung in unserem Netzgebiet sicher. Damit sind wir für das Mittel‑ und Niederspannungsnetz in der Region verantwortlich.
Bildquelle: BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.
Immer mehr Strom wird heute dezentral erzeugt – zum Beispiel durch Photovoltaikanlagen auf Dächern oder Windkraftanlagen. Gleichzeitig steigt der Strombedarf, etwa durch Elektromobilität, Wärmepumpen und neue Anwendungen in Industrie und Gewerbe.
Das bedeutet: Strom wird nicht mehr nur von wenigen großen Kraftwerken zu vielen Verbrauchern transportiert, sondern zunehmend auch lokal erzeugt und eingespeist. Dadurch entstehen neue Anforderungen an Steuerung, Planung und Ausbau der Netze.
Ein zentrales Prinzip im Stromnetz ist das Gleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch. Zu jedem Zeitpunkt muss genau so viel Strom erzeugt werden, wie gleichzeitig verbraucht wird. Wird mehr Strom eingespeist als benötigt, oder ist die Nachfrage höher als das Angebot, kann dies die Stabilität des Netzes beeinträchtigen.
Durch den Ausbau erneuerbarer Energien hat sich dieses Prinzip deutlich komplexer entwickelt. Strom wird heute nicht mehr nur in großen Kraftwerken erzeugt, sondern zunehmend dezentral, zum Beispiel durch Photovoltaik‑ oder Windanlagen im Verteilnetz. Gleichzeitig steigen Verbrauch und Leistungsspitzen, etwa durch Wärmepumpen, Elektromobilität und neue industrielle Anforderungen.
Auf der Ebene der VNB bedeutet das: Erzeugung und Verbrauch müssen lokal koordiniert werden, obwohl Einspeisung und Last zeitlich stark schwanken können. Damit dieses Gleichgewicht nicht nur regional, sondern systemweit erhalten bleibt, sind die Verteilnetze auf eine leistungsfähige Anbindung an die übergeordneten Netzebenen angewiesen.
Hier kommen die Übertragungsnetzbetreiber ins Spiel.
Sie sorgen auf Hoch‑ und Höchstspannungsebene dafür, dass das Gleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch über große Regionen hinweg eingehalten wird. Überschüssige Energie kann abtransportiert werden, fehlende Leistung wird aus anderen Regionen bereitgestellt.
Das Verteilnetz ist dabei eng mit den Übertragungsnetzen verzahnt:
Ist diese Anbindung begrenzt oder ausgelastet, entstehen Netzengpässe, obwohl lokal weiterhin Strom erzeugt oder benötigt wird. Der Ausbau der Hoch‑ und Höchstspannungsnetze ist daher eine zentrale Voraussetzung, um die Stabilität der Verteilnetze langfristig sicherzustellen.
ÜNB sind für die sogenannten “Stromautobahnen” verantwortlich, über die große Strommengen über weite Strecken transportiert werden. Dazu zählt zum Beispiel Windstrom aus Norddeutschland, Solarstrom aus Süddeutschland oder Strom aus großen Kraftwerken. Sie sorgen dafür, dass Stromerzeugung und Stromverbrauch im bundesweiten Maßstab jederzeit im Gleichgewicht bleiben. Sie überwachen und steuern das Netz kontinuierlich, sichern die Stabilität des gesamten Stromsystems und greifen bei Engpässen gezielt ein, etwa durch Redispatch‑Maßnahmen. Gleichzeitig binden sie das deutsche Stromnetz an die europäischen Nachbarländer an und ermöglichen so den grenzüberschreitenden Stromhandel.
Um diese Aufgaben zu erfüllen, investieren ÜNB kontinuierlich in den Ausbau und die Modernisierung des Höchstspannungsnetzes. Neue Leitungen, Umspannwerke und leistungsfähige Netztechnik sind notwendig, damit Strom zuverlässig von den Erzeugungsstandorten in die Verbrauchsregionen gelangt.
Kurz gesagt: Übertragungsnetze sorgen dafür, dass Strom überhaupt in die Regionen transportiert wird – stabil, leistungsfähig und systemweit abgestimmt.
Der wesentliche Unterschied liegt in Aufgabe, Netzebene und regionaler Verantwortung: Übertragungsnetzbetreiber sind für das Höchstspannungsnetz zuständig. Sie transportieren große Strommengen über weite Entfernungen, sorgen für die Stabilität des Gesamtsystems und gleichen regionale Unterschiede zwischen Stromerzeugung und -verbrauch aus.
Verteilnetzbetreiber hingegen, wie wir als die E-Werk Netze, arbeiten direkt in den Regionen auf der Nieder- und Mittelspannungsebene. Sie verteilen den Strom bis zu Haushalten, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen und integrieren dezentrale Erzeugungsanlagen wie Photovoltaik‑ oder Windkraftanlagen. Während ÜNB systemweit agieren, setzen VNB die Energiewende konkret vor Ort um.
Übertragungs‑ und Verteilnetzbetreiber verfolgen jedoch ein gemeinsames Ziel:
Sie stellen eine nachhaltige, zuverlässige und effiziente Stromversorgung sicher, heute und in Zukunft. Gemeinsam ermöglichen sie die Integration erneuerbarer Energien, gleichen Erzeugung und Verbrauch aus und schaffen die Voraussetzungen für eine klimaneutrale Energieversorgung. Ohne das koordinierte Zusammenspiel beider Netzebenen wären weder Versorgungssicherheit noch Energiewende realisierbar.